Abschied von Stefan Gossler: Jackie Chans Stimme ist verstummt

Nachruf auf eine Legende am Mikrofon

Der beliebte Synchronsprecher Stefan Gossler ist am 19. Januar 2026 im Alter von 70 Jahren verstorben. Der im Dezember 1955 in Siegen geborene Theaterschauspieler entstammte einer Familie aus Ärzten, schielte jedoch schon in jungen Jahren in Richtung der darstellenden Künste. So begann er nach seinem Wehrdienst Ende der 1970er Jahre eine Schauspielausbildung bei Else Bonger, zu deren Schülern so bekannte Namen wie Hildegard Knef oder auch Götz George zählten. Während seiner Ausbildung von 1977 bis 1980 hatte er bereits sein erstes Engagement am Berliner Grips-Theater.

Neben dem Theaterspiel folgte 1984 sein erster TV-Auftritt, dem etliche weitere in Fernsehserien wie Tatort oder auch Die Wicherts von nebenan folgen sollten. Durch seine Agentin lernte Gossler den deutschen Filmproduzenten Wenzel Lüdecke kennen, der bereits 1949 das wohl bis heute bekannteste Synchronstudio Deutschlands, die Berliner Synchron, gründete. Dort lieh Gossler erstmals etlichen Nebenfiguren seine Stimme. Eine seiner ersten durchgehenden Synchronrollen mit 95 Episoden war die Figur Larry Dallas in der Sitcom-Serie Herzbube mit zwei Damen.

Ein Blick auf seine Karriere

Die Aufträge häuften sich, und so war Stefan Gossler in so gut wie jeder bekannten TV-Serie des vorigen Jahrhunderts in den unterschiedlichsten Rollen zu hören. Darunter so bekannte Titel wie Die Profis, Drei Engel für Charlie, Magnum, Ein Colt für alle Fälle, Das A-Team, MacGyver, Akte X, Inspektor Barnaby, Sex and the City, Doctor Who, NCIS oder Hawaii Five-O. Dabei dürfte er vielen auch als die deutsche Stimme von Chefkoch Gordon Ramsay aus dessen Reality-Show In Teufels Küche mit Gordon Ramsay bekannt sein.

Seine wohlklingende, aber auch markante Stimme war nicht nur auf TV-Produktionen beschränkt. Mitte der 1980er Jahre begann er auch vermehrt auch dort verschiedene Rollen für Kinofilme einzusprechen. So hörten wir ihn unter anderem als Stimme von Michael Keaton als Billy in Das Traumteam (1989), Steve Carell als Evan in Bruce Allmächtig (2003), Tim Allen als Scott Calvin in Santa Clause 3 (2006), Alan Tudyk als Tucker in Tucker & Dale vs. Evil (2010), Kang-ho Song als Kim Ki-taek in Parasite (2019) sowie Rolf Saxon als William Dunloe in Mission: Impossible 8 (Kritik) sprechen.

Seit dem Film Rumble in the Bronx (1995) war Stefan Gossler jahrzehntelang der Stammsprecher des chinesischen Action-Stars Jackie Chan und lieh ihm in Shadow Chase (Kritik) aus dem Jahr 2025 leider auch das letzte Mal seine wunderbare Stimme. So ist es kein Wunder, dass eigentlich jeder seine Stimme kennt: Vertonte er doch jahrzehntelang Fernsehserien und Kinofilme und war damit in unzähligen Rollen zu hören.

Nicht zu vergessen die Figur, die durch seine Stimme sowohl Groß als auch Klein zum Lachen brachte: der Lemurenkönig King Julien aus den Madagascar-Filmen. Allein der Gedanke an King Julien reicht, damit jeder sofort sein ikonisches „I Like to Move It“ unvergessen bleibt.

Eine großer Sprecher ist nun für immer verstummt

Zuletzt lebte der freischaffende Schauspieler mit seinen beiden Töchtern und seiner dänischen Ehefrau abwechselnd in Berlin und Dänemark. Die Nachricht über seinen Tod erreichte uns über Instagram und klang für mich zunächst noch wie ein ganz schlechter Scherz. Die traurige Gewissheit wurde jedoch von seinen Kollegen Peter Flechtner und Sven Plate, ebenfalls über Instagram, bestätigt. Stefan Gossler wurde 70 Jahre alt und ist nach kurzer, schwerer Krankheit am 19. Januar 2026 gestorben. 

Mit ihm verlieren wir nicht nur einen sympathischen Menschen, sondern auch eine weitere Synchronlegende, die so vielen Figuren ihre warme und wohlklingende Stimme lieh. In tiefer Trauer verabschieden wir uns von einer weiteren Ikone der Synchronkunst und möchten seiner Familie unser Beileid aussprechen. Wir sagen Danke für tausende Stunden Unterhaltung, für jedes „I Like to Move It“ und jeden von Jackie Chans Kung-Fu-Schreien. Ruhe in Frieden, Stefan Gossler. Deine Stimme wird in den Ohren von Millionen Menschen weiterleben.

Szenenbild aus Iron Mask © Plaion Pictures – Alle Rechte vorbehalten

Quelle: Express.de – Stefan Gossler