
Meine Bewertungskriterien für Filme & Serien
Seit rund fünf Jahrzehnten begleiten mich Filme, Serien und die dazugehörige Technik. Was in Kindertagen als private Leidenschaft begann, hat sich über die Jahre zu meinem Beruf entwickelt. Nach dieser gefühlten Ewigkeit bin ich der Meinung, einen recht differenzierten Blick auf die Bewertung von Filmen und Serien entwickelt zu haben.
Transparenz statt vermeintlicher Objektivität: Ich halte die Forderung nach absoluter Objektivität in der Kunst für einen Mythos. Jeder Film triggert uns individuell. Deshalb kommuniziere ich meine persönlichen Eindrücke bewusst transparent. Mein Ziel ist nicht, laut vorzuschreiben, was „gut“ oder schlecht ist, sondern die Grundlage für eine eigene Entscheidung zu schaffen.
Aus diesem Grund verzichte ich bewusst auf die von mir ungeliebten Floskeln wie „bester Film Ever“ oder „größter Schrott“. So greife ich immer auf mein eigenes Motto zurück:
„Es gibt per se keine schlechten Filme – es gibt nur Filme, die nicht jeden Geschmack treffen.“
Marc Maurer
Die Bewertungskriterien im Detail
Bei jeder Filmsichtung stelle ich mir – ebenso wie meine unterstützenden Rezensenten – folgende Fragen:
1. Handlung & Dramaturgie
- Ist die Geschichte schlüssig und nachvollziehbar aufgebaut?
- Gibt es Spannung, Wendepunkte oder klare Konflikte?
- Funktioniert das Tempo oder zieht sich der Film unnötig?
- Wirkt die Story zu dünn, überladen oder zu konstruiert – gibt es Logiklöcher?
2. Figuren & Schauspiel
- Sind die Figuren glaubwürdig / nachvollziehbar?
- Entwickeln sich die Charaktere im Verlauf des Films?
- Können die Schauspieler überzeugen, stimmt die Chemie und holen sie die Zuschauer emotional ab?
3. Regie & Inszenierung
- Hat der Regisseur ein Händchen für seine Schauspieler und Timing (Pacing)?
- Stimmen Film-Look, Kameraführung, Setting und Atmosphäre?
- Passt die Laufzeit zur Geschichte oder wirkt der Film unrund oder gar holprig?
- Erzeugt der Film Lust auf eine Zweit- und Mehrfach-Sichtung oder war einmal schon mehr als genug?
4. Musik & Sounddesign
- Unterstützen Musik und Sound die Atmosphäre oder dudelt alles nur vor sich hin?
- Entstehen emotionale Momente wie Spannung oder Gänsehaut?
- Ist die Sprachverständlichkeit gegeben oder dominiert der Surround-Sound?
5. Persönlicher Gesamteindruck
- Wurde ich mitgenommen, vielleicht sogar emotional abgeholt – oder spielte ich nebenher eher immer wieder am Smartphone / Tablet rum?
- Bleibt der Film auch Tage später noch im Kopf?
- Würde ich ihn weiterempfehlen – und wenn ja, wem?
Wie entstehen die Bewertungen?
Oft können Filme & Serien im ersten Moment überwältigend oder enttäuschend sein. Um vorschnelle Urteile zu vermeiden, lasse ich nach jeder Sichtung erstmal ein bis zwei Tage vergehen, bevor ich mich ans Schreiben einer Kritik / Review mache. Besonders bei komplexen oder sehr künstlerischen Filmen (z. B. von Ari Aster oder Wes Anderson), muss man auch mal eine zweite Sichtung durchziehen, um der Erzählstruktur gerecht zu werden.
Info: Überwiegend interessiert mich weniger der kurzfristige Hype, sondern die Frage: Hat das Werk das Potenzial zum Evergreen oder ist er morgen schon wieder vergessen?
Letztlich beruhen meine Bewertungen auf meiner persönlichen Erfahrung und dem gezielten Zusammenspiel bewährter Kriterien der Filmkritik. Aspekte wie narrative Struktur, Pacing, Effekte, emotionale Momente, Schauspiel, Look & Feel sollen den Leser:innen, statt einer fixen Aussage oder gar kurzen Punktevergabe, eher einen Eindruck geben, ob ein Film oder eine Serie für sie sehenswert sein könnte.
Technische Aspekte und Sondereditionen
Da ich es überwiegend mit physischen Medien wie DVD, Blu-ray und 4K Ultra HD zu tun habe, werfe ich immer einen Blick auf die Bild- und Tonqualität. Sticht diese besonders positiv oder eher negativ hervor, dann gehe ich darauf ein. Außer wenn sich alles auf gutem Durchschnitt bewegt, bin ich der Meinung, das nicht extra als Fülltext erwähnen zu müssen. Einzig erwähnenswert finde ich jedoch den Dialog-Ton, mit einem schwächeren Bild kann man meiner Meinung nach leben, versteht man jedoch kein Wort, hat man auch nichts von den bewegten Bildern.
Ein besonderes Augenmerk lege ich auf Erst- oder Wieder-Veröffentlichungen von Filmen, die es hierzulande noch nicht gab oder nun mit einer Sonderedition neu aufgelegt wurden. So schaue ich mir an, ob bspw. ein neues Bildmaster zum Einsatz kam, ein rauschiger Ton verbessert wurde oder wie die entsprechende Special Edition als Steelbook oder Mediabook verarbeitet wurde und ob sich im Bereich Bonusmaterial etwas getan hat.
Info: Es wäre nicht das erste Mal, dass Re-Veröffentlichungen oder gar Re-Packs für Unmut sorgten, da sich an der einstigen Qualität nichts geändert hat oder diese sogar verschlimmbessert wurde.
Warum ein Punkte-Wertungssystem?
Ursprünglich hatte ich nicht geplant Filme oder Serien in ein Punktesystem zu pressen. In der Realität – vor allem im Zeitalter von Google und Co. – sieht das allerdings anders aus. Fehlt den Suchmaschinen und Leser:innen eine schnelle Orientierung über die Bewertung, hat man kaum Chancen, in den vorderen Suchergebnissen sichtbar zu werden.
So habe ich ein Punktesystem von 0 bis 10 entwickelt, das den Leser:innen einen schnellen Eindruck vermitteln soll:
- 0–1 Punkte: Inhaltlich und / oder technisch schwach – eher was für hartgesottene Trash-Liebhaber
- 2–3 Punkte: Ein paar nette Ansätze, bleibt aber kaum in Erinnerung
- 4–5 Punkte: Durchschnittlich – solide Sonntagnachmittag-Unterhaltung
- 6–7 Punkte: Empfehlenswert, mit klaren Stärken, macht Spaß und überzeugt
- 8–9 Punkte: Überdurchschnittlich starke Umsetzung, hebt sich deutlich von der Masse ab
- 10 Punkte: Volltreffer – ein richtig starker Film, den man nicht so schnell vergisst und der das Zeug zum Evergreen Klassiker hat
Mein Ziel war es (nachdem ich mich letztlich doch für das Punktesystem entscheiden musste) Euch neben einer schnellen Einschätzung auch eine nachvollziehbare Einordnung zu bieten, die helfen soll, welche Filme / Serien zu euch passen könnten – und um welche man vielleicht einen Bogen machen sollte.
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