Two Heads Creek (2019) Review

Ein Kaff voller mörderischer Geheimnisse

Two Heads Creek: des australischen Regisseurs Jesse O’Brien wurde zwar bereits im November 2021 in Australien veröffentlicht. Dennoch dauerte es noch rund zwei Jahre bis die hiesigen Horror-Movie-Fans ein Blick auf diese Horror-Komödie aus „Down Under“ werfen konnten. Im Zuge der Veröffentlichung wurde mir von der Busch Media Group ebenfalls ein Exemplar auf Blu-ray zur Verfügung gestellt.

Der Film selbst erzählt die Geschichte des Geschwisterpaares Norman und Anna, die nach dem Tod ihrer polnischen Mutter herausfinden, dass sie gar nicht deren leibliche Kinder waren. Ihre Wurzeln sind nicht polnisch, sondern australisch, so führt sie ihr Weg nach „Down Under“, um ihre Erzeugerin zu finden. Doch das Kaff „Two Heads Creek“, in der Einöde Australiens, bietet noch einige tödliche Überraschungen mehr, als nur eine leibliche Mutter. Wie mir diese Horror-Splatter-Komödie gefallen hat und ob es sich lohnt, diese in die eigene Sammlung aufzunehmen, erfahrt Ihr wie immer in den nachfolgenden Zeilen:

Die Spur führt nach Australien

Der junge „polnische“ Metzger Norman hatte sich sein Leben in seinem englischen Heimatkaff ganz anders vorgestellt. Nicht nur das die Familie als Ausländer hier gehasst wurden, jetzt ist auch noch seine Mutter verstorben. Seine Schwester Anna hatte sich ja schon längst von der Familienmetzgerei verabschiedet und versuchte eine Schauspielkarriere zu starten.

Two Heads Creek - Screenshot 1
Die Geschwister sind sich einig

Weiter als bis zu einem Abführmittel-Werbespot hat es jedoch nicht gereicht. So erscheint Anna bei der Trauerfeier und die Geschwister erfahren durch Zufall, dass sie gar nicht die leiblichen Kinder ihrer verstorbenen Mutter sind. Sie sind noch nicht einmal Polen. So scheint ihre wahre Mutter noch zu leben, und zwar am anderen Ende der Welt, in Australien.

Two Heads Creek - Screenshot 2
Lauter schräge Aussies hier

Angekommen in Down Under machen sich Norman und Anna, mit einer asiatischen Reisegruppe, auf nach „Two Heads Creek“. Einem Kaff mitten in der Einöde Australiens. Dies muss den Spuren nach, der Wohnort ihrer Mutter Mary gewesen sein. Eines ist zumindest schon mal gleich und Norman sich nicht mal umgewöhnen. Auch hier wird er sogleich als Ausländer beschimpft. Was wiederum äußerst merkwürdig erscheint, sind die Dorfbewohner.

Two Heads Creek - Screenshot 3
Jetzt wird geschlachtet

Einer schräger und skurriler als der Andere und noch mysteriöser wird es, als sie erfahren das ihre Mutter scheinbar auch schon verstorben sei. Und das obwohl Norman unwissentlich, einige Tage vorher noch mit ihr telefonierte. Norman und Anna können sich trotz der unheimlichen Einwohner, dennoch nicht ausmalen, auf welch mörderische Geheimnisse sie hier noch stoßen werden.

Horror Comedy made in Down Under

Erst der Tage hatte ich bereits eine ältere Horrorkomödie auf dem Tisch, ein wahrer Klassiker namens „Die Killerhand“. Hier erläuterte ich bereits den Punkt, dass so richtig gute Horrorkomödien, die auch noch für sich alleine stehen können, leider nicht so vertreten sind, wie ihre Hardcoregegenstücke. Oft reiten diese Komödien auf den großen Genrevertretern wie „Scream“, „Freitag der 13.“, Halloween“ und Co herum.

Mit „Two Heads Creek“ verfilmte Regisseur Jesse O’Brien, seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm. Hierbei feuert er ein überaus gelungenes Horror-Comedy-Feuerwerk ab. Es sitzt zwar nicht jeder Gag, aber der Humor ist teils dermaßen rabenschwarz, dass es nur so eine Freude ist. Sofern man natürlich schwarzen Humor mag. O’Brien geht gerade gen Ende hin, sehr gut dosiert an die Grenzen einer guten Horrorkomödie. 

Two Heads Creek - Screenshot 4
Jetzt wird es aber so richtig eng

Dabei bekommt er aber stets die Kurve, dass selbst weit überdrehte Szenen stimmig wirken. Man ahnt zwar schon ab der der ersten Filmminute, wohin die Reise führt. Und auch während des Verlaufs weist man immer wieder dezent darauf hin. Als es dann jedoch richtig abgeht, musste ich schon zweimal hinschauen, da der Film eine 180 Kehrtwende vom schwarzen Humor, hin zum Splatter Festival macht. Und Splatter Festival darf man hier wörtlich nehmen.

Der Plot um das Geschwisterpaar, welches ihre wirkliche Mutter sucht, bleibt dabei den ganzen Film über Erhalten. Und ist wie bei vielen anderen Gruselkomödien nicht nur Aufhänger, um die Protagonisten nach Australien zu führen. Sprich der gesamte Storyplot ist durchweg rund und durchdacht ausgefallen. Angefangen mit dem Herkunftsgeheimnis, bis hin zur Aufschlüsselung der Familienverhältnisse und noch einigen Geheimnissen mehr. Die anfangs eingeführten Running Gags, ziehen sich bis zum Schluss, ohne dabei an ihrer Originalität zu verlieren.

Hierbei sei die genetisch vererbte Sportlichkeit oder auch die vegane Ernährung erwähnt. Obgleich Jesse O’Briens Film einen ganz eigenen Plot verfolgt, kann ich mich nicht erwehren, sehe ich doch Ähnlichkeiten zu Peter Jacksons „Braindead“. Dies wäre ja auch nicht der erste Film, der von dem bekannten „Herr der Ringe“ Regisseur inspiriert worden wäre. Und wenn wir schon in Down Under sind, kommt natürlich Australiens weltweit wohl bekanntester Running Gag zum Einsatz: „… ein Messer! Das ist doch kein Messer, DAS ist ein Messer“, Crocodile Dundee lässt grüßen.

Die Darsteller dieser Massaker Comedy:

Jordan Waller als Norman, Kathryn Wilder als Annabelle Helen Dallimore (The Surfer: Kritik) als Apple, Don Bridges als Onkel Morris, Stephen Hunter als Clive – manchen vielleicht auch bekannt als Bombur aus Peter Jacksons Der Hobbit, Gary Sweet als Hans, Kerry Armstrong als Mary

Two Heads Creek (2019) Fazit:

Two Heads Creek - Blu-ray Cover
Two Heads Creek: Blu-ray
Wertung: 6 / 10 ★

Regisseur Jesse O’Brien hat es mit „Two Heads Creek“ wunderbar verstanden, eine bissig, satirische Splatter-Horrorkomödien, mit derben Humor zu inszenieren. Positiv: zu amerikanischen Genre-Vertretern fallen die Gags dabei nicht ganz so plump und übertrieben aus. O’Brien macht auch vor Themen, wie die Abneigung gegen Ausländer oder Veganern nicht halt. Aber auch hier wirkt kein Spruch, keine Szene zu plump oder gar aufgesetzt.

Obwohl der Film einige Zeit braucht bis er heftig und deftig abgeht, nutzt der Regisseur die Zeit, mit vielen kleinen genialen Szenen und Dialogen, um den Plot voranzutreiben. Zwar gibt es auch ein paar kleinere Defizite oder offene Fragen, über die man jedoch hinwegsehen kann., denn hier überwiegt der Horror-Spaß-Faktor.

Das aus Down Under und Neuseeland immer wieder gute Filme kamen, bewies nicht nur Paul Hogan als Crocodile Dundee, sondern zuletzt auch der Pyscho-Thriller The Rule of Jenny Pen (Kritik). Two Heads Creek ist vor allem denen empfohlen, die schon mit der Horrorkomödie Tucker & Dale vs Evil ihren Spaß hatten. Hier stimmt das Schauspiel, die abgedrehte Story und vor allen Dingen der hohe Spaßfaktor. Gerade letzterer Punkt ist bei weitem nicht so dumm doof, wie zum Beispiel bei der „Scary Movie“ Filmreihe ausgefallen.

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