Suicide Kings (1997): Review

Vier Freunde und ein völlig irrer plan!

suicide kings - blu-ray cover
Suicide Kings Blu-ray

SUICIDE KINGS: Regisseur Peter O’Fallon, lässt seine Jungdarsteller Sean Patrick Flanery, Henry Thomas, Jay Mohr und Jeremy Sisto, Christopher Walken entführen. Dieser soll ihnen unter Gewaltandrohung helfen, die ebenfalls entführte Nina Siemaszko, mittels seiner Kontakte freizubekommen.

Ebenfalls mit dabei Dennis Leary, der unter anderem die Stimme von Diego aus „Ice Age“ ist. Sowie „Big Bang“ Darsteller Johnny Galecki, bekannt als Leonard Hofstetter. Stellt sich nur die Frage, ob der doppelte Entführungs-Plot auch überzeugen kann oder ob zwei Entführungen, eine zu viel des Guten ist. Die Antwort darauf erfahrt Ihr wie immer in den nachfolgenden Zeilen.

Die zweifache Entführung

Avery Chasten ist panisch vor Angst, wurde doch seine Schwester Jennifer entführt und fordern Lösegeld. Zur Polizei will er nicht gehen, um nicht das Leben von Jennifer zu gefährden. So entsteht bei Avery und seinen Freunden eine irrwitzige Idee. Die Entführer gehören vermutlich zum organisierten Verbrechen. So kann ihnen wohl auch nur ein Insider des organisierten Verbrechens helfen. Womit der Plan entsteht, den ehemaligen Mafioso Carlo Bartolucci, der sich jetzt Charlie Barret nennt, ebenfalls zu entführen.

So können sie diesen zwingen, ihnen zu helfen, um Jennifer freizubekommen. Was wie ein irrsinniger Gedanke klingt, setzten die vier tatsächlich um. Dabei schaffen sie es tatsächlich Charlie Barret zu betäuben und festzusetzen. Als dieser aus seiner Besinnungslosigkeit erwacht ist er nicht nur stinksauer, sondern außer sich vor Wut, als er erkennt, dass man ihm einen Finger abgeschnitten hat. Dies soll ihm zeigen, wie ernst es die vier Freunde meinen. Was Charlie nur noch wütender macht.

suicide kings - christopher walken
Der Ex-Mafioso(Christopher Walken) ist regelrecht angepisst

Dennoch hört er sich die Story hinter seiner Entführung an und ist sogar gewillt, auch aus eigenem Interesse, zu helfen. Damit wird sein Handlanger Lono aktiv, der ihm die Info steckt, das hinter Jennifers Entführung ein Insider stecken muss. Zwischenzeitlich taucht ein weiter Kumpel von Chasten, Max, Brett und T.K. auf. Ira Reder dessen Eltern das Haus gehört, in dem seine Freunde Charlie festsetzten. Dieser ist außer sich und versucht zumindest bei Charlie, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Hängt er doch an seinem Leben. Charlie selbst verfolgt dabei einen anderen Gedanken. Vermutet er doch einen der vier Freunde, als Auslöser für Jennifers Entführung. Somit beginnt Charlie Misstrauen und Unmut zwischen den fünf Freunden zu säen. Mal sehen, ob sich der vermeintlich wahre Täter selbst entlarvt. Nach und nach offenbaren sich mehr Details und Widersprüche um Jennifers Entführungen. Doch das letzte Puzzlestück bei diesem Rätsel konnte selbst der clevere Ex-Gangster nicht erahnen.

Vier Freunde als „Suicide Kings“!

Basierend auf der Kurzgeschichte „The Hostage“ schuf Regisseur Peter O’Fallon, nach einem Drehbuch von Josh McKinney, Gina Goldman und Wayne Allen Rice, den Verwirrspiel-Thriller „Suicide Kings“. Wobei der Name hier tatsächlich Programm ist. Wer bei gesunden Menschenverstand, würde denn einen Ex-Mafioso entführen. So der Plan der vier Freunde, Avery (Henry Thomas), Max (Sean Patrick Flanery), Brett (Jay Mohr) und T.K. (Jeremy Sisto). Noch dreister wird es als die vier dem Ex-Gangster Charlie Barret (Christopher Walken „Jesus Rolls„) einen Finger, als Zeichen ihrer Entschlossenheit abschneiden.

Die Krönung dabei, er soll nicht nur helfen, Averys Schwester aufzuspüren, sondern auch noch das Lösegeld zahlen. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass die vier ziemlich verzweifelt sein müssen. Anders lässt sich diese Selbstmordidee nicht erklären. Jetzt könnte man meinen, der Film sei ein reinrassiger Thriller. Falsch gedacht, Peter O’Fallon untermalte seinen Film mit skurrilen Szenen sowie teils irrwitzigen Dialogen. Dies betrifft unter anderem Denis Learys Rolle, von Charlie Barrets Handlanger Lono, sowie der Auftritt von Johnny Galecki als fünfter unwissender Freund.

suicide kings - johnny galecki
Jetzt ist guter Rat teuer!

Gerade Galeckis Auftritt wirkt wie eine Vorschau auf seine spätere Rolle als Nerd Leonard, aus der TV-Serie „Big Bang Theory“. Reagiert er doch ebenso wie dieser äußerst panisch, wenn Probleme auftreten. Ganz anders Denis Leary welcher, ohne zu zucken, Leute abknallen und gleich darauf minutenlang über seine neuen Schuhe palavern kann. Ebenfalls überzeugend sind Thomas, Flanery Mohr und Sisto in ihren Rollen. So haben die Autoren diesen Figuren ebenfalls einen kleinen Background verpasst, weshalb jeder auch der eigentliche Täter sein könnte. Damit bleibt des Rätsels Lösung recht lange im Dunkeln verborgen. Sprich mit ansteigender Laufzeit wird jeder mehr und mehr verdächtig.

Während die Darstellung der vier Freunde auf ordentlichen Niveau ist, überzeugen doch Galecki und Leary, trotz ihrer kleinen Rollen mehr. Verleihen sie dem Film doch die nötige Würze. Ebenso die beiden vermeintlichen Entführer Frank Medrano und Brad Garrett, welche zwei herrlich chaotische Gangster abgeben. An Christopher Walkens Performance kommt erwartungsgemäß niemand heran. Man stelle sich vor, dass dieser selbst als handlungsunfähiger Charakter, gefesselt an einen Stuhl, immer noch in der Lage ist seine Schauspiel-Kollegen an die Wand zu spielen. Großartig, was Walken in diesem Film abliefert. „Suicide Kings“ selbst, folgt dem bekannten „Whoss done it“ Prinzip: sprich: „Wer wars“.

suicide kings - denis leary
Barrets Handlanger ist nicht zu stopppen!

Mit der Zeit wird klar, dass entweder einer der vier Freunde der Auslöser ist, oder gar selbst hinter der Entführung steckt. Dabei lässt Regisseur O‘Fallon jeden der vier Freunde verdächtig erscheinen, selbst den Bruder der Entführten. Das Lustige, der eigentliche Kriminelle, wird zum Ermittler und kommt dem wahren Täter immer mehr auf die Spur. Doch so einfach macht es das Drehbuch dem Zuschauer nicht. Wartet doch nach vermeintlich gefundener Lösung noch eine Überraschung auf diesen. Ein Twist, der den Gangster Charlie Barret ebenso überrascht. So genial ich die Idee auch finde, so groß ist auch der eigentliche Denkfehler. Den ganzen Film über fragt man sich, wie blöd kann man sein, eine Mafia Boss zu entführen und diesem obendrein sein Gesicht zu zeigen?

Kann man tatsächlich so lebensmüde sein? Kein Ex-Gangster wird sich wohl nach so einer Aktion mit einer Entschuldigung abspeisen lassen. Daher würde ich „Suicide Kings“ eigentlich eher als eine Krimi-Drama-Komödie bezeichnen, der man den ein oder anderen Denkfehler verzeihen kann. Die herrlich skurrilen Situationen, wie schrägen Charaktere, überwiegen hier klar die wenigen Defizite und verpassen dem Film den nötigen Pep. Zusammen mit Walkens hervorragenden Schauspiel, dürfte „Suicide Kings“ ein Film sein, an dem man sich noch in Jahren erinnern wird. Wer es noch abgedrehter mag, dem würde ich „Die in a Gunfight“ empfehlen! Bezüglich Filme, deren Story man nicht gleich durchschauen kann, wären diese Titel noch empfehlenswert „Cash Truck“ und „The Negotiaton„.

Fazit:

„Suicide Kings“ ist ein herrlich irrwitziger Film geworden. Allein die Idee, eine Geschichte zu inszenieren, in der man eine Entführung mittels einer zweiten Entführung auflösen will, ist schon ziemlich schräg. Doch anstatt einen Banker zu entführen, der das Lösegeld stellt. Macht man keine halben Sachen und greift sich gleich eine ganz große Nummer, Ex-Mafia Boss Barret. Dieser hat nicht nur die Kohle, sondern sollte noch die Kontakte besitzen, um die Entführer aufzuspüren. So wird Charlie Barret nicht nur entführt, sondern auch gleich um einen seiner Finger erleichtert.

Dies soll demonstrieren wie ernst es unsere Jung-Entführer meinen. Diese Idee, ist zugleich Plus wie auch Minuspunkt des Films. Ein Mafioso zu entführen, ihn zu zwingen, die Entführer zu finden und obendrein das Lösegeld zu bezahlen, ist eigentlich der Clou des Films. Dies wiederum, von Anfang an ohne Masken zu tun, dürfte wohl seltendämlich sein. So stellte ich mir den ganzen Film die Frage, wie Jungs aus dieser Nummer wieder herauskommen wollen.

suicide kings - christopher walken
Einem Mafioso um seinen Finger zu bringen ist ein ganz schlechte Idee!

Obgleich des etwas unlogischen Vorgehens unserer vier Entführer, kann der Film dennoch überzeugen. Was unter anderem an den richtig guten Dialogen und den teils unvorhersehbaren Twist liegt. Die wirklich gut ausgesuchten Darsteller sind dann noch das Sahnehäubchen des Films. So spielt das Entführer Quartett, bestehend aus Henry Thomas, Sean Patrick Flanery, Jay Mohr und Jeremy Sisto auf ordentlichem Niveau. Johnny Galecki und Dennis Leary, sind jedoch die Showstealer des Films. Galecki in seiner Rolle als herrlich panisches Muttersöhnchen und Leary als Dauer nörgelnder Cleaner.

Wie zu erwarten, spielt Christopher Walken („Jesus Rolls„) außer Konkurrenz. Selbst in der Rolle, des physisch völlig eingeschränkten Opfers, spielt dieser die restlichen Darsteller einfach mal so an die Wand. Besonders herrlich wird es, wenn dieser beginnt Misstrauen unter seinen Peinigern zu säen. „Suicide Kings“ ist eine kleine, feine Krimi-Drama-Komödien-Perle, welche dabei mit einem konsequenten Ende überzeugen kann. Ein Film, der definitiv einen Platz in jeder ordentlichen Film-Sammlung verdient hat.

Blu-ray Infos:

Turbine Medien hat Peter O’Fallons Film nun in einem Amaray Wiederveröffentlicht. Wie das Mediebook enthält auch diese Veröffentlichung alle möglichen Extras wie:

  • Interview in HD mit Regisseur Peter O’Fallon
  • Interview in HD mit Kameramann Christopher Baffa
  • Interview in HD mit Drehbuchautor Wayne Allen Rice & Peter O’Fallon
  • Interview in HD mit Cutter Chris Peppe
  • Alternative Enden
  • Hinter den Kulissen
  • Storyboard Film-Vergleich
  • Sound-Design-Feature
  • Trailer Intro
  • Teaser Trailer
  • Trailer Kino
  • TV-Spot
  • Audiokommentar von Peter O’Fallon & Wayne Allen Rice

Bezüglich der Alternativ-Enden bin ich froh, dass man sich für das im jetzt im Film vorhandene entschieden hat. Ist es doch im Vergleich zu den anderen, das Konsequenteste und auch Nachvollziehbarste. Alle anderen hätten diesen unpassend Happy-Ending-Touch Hollywoods gehabt. Bild und Ton sind sehr ordentlich ausgefallen und hinterließen bei mir keinen Grund zur Kritik.

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