William Murdoch nimmt die Ermittlungen auf!
Die kanadische Krimiserie „Murdoch Mysteries“ hat sich mit inzwischen 18 Staffeln zu einem internationalen Phänomen entwickelt. Im historischen Toronto des späten 19. Jahrhunderts folgen wir Detective William Murdoch, der mit für seine Zeit revolutionären forensischen Methoden mysteriöse Mordfälle löst. Die Serie vereint historisches Setting, clevere Kriminalfälle und wissenschaftliche Innovation zu einem einzigartigen Sehvergnügen. Ob auch uns „Murdoch Mysteries Staffel 1“ überzeugen konnte, verrät unsere Serienkritik.
Worum geht’s in Murdoch Mysteries Staffel 1?
Ende des 19. Jahrhunderts ermittelt Detective William Murdoch (Yannick Bisson) bei der Polizei in Toronto. Anders als seine Kollegen verlässt sich Murdoch auf wissenschaftliche Methoden, die seiner Zeit weit voraus sind – er sammelt Fingerabdrücke, nimmt Blutproben und entwickelt neue Techniken, um Tätern auf die Spur zu kommen. Ihm zur Seite stehen der enthusiastische Constable George Crabtree (Jonny Harris), die brillante Pathologin Dr. Julia Ogden (Hélène Joy) und sein skeptischer Vorgesetzter, Inspektor Thomas Brackenreid (Thomas Craig).

Während Crabtree und Dr. Ogden von Murdochs innovativen Ansätzen fasziniert sind, hält der traditionsbewusste Brackenreid seine Methoden zunächst für Spielerei. Doch Murdochs Erfolge sprechen für sich. In den ersten 13 Episoden begegnet er historischen Persönlichkeiten wie Nikola Tesla und Sir Arthur Conan Doyle, die seine Sichtweisen erweitern und ihn inspirieren, auch unmöglichen Ideen nachzugehen.
Viktorianisches Krimi-Flair: Historische Authentizität trifft auf Innovationsgeist
„Murdoch Mysteries“ besticht durch seine sorgfältige historische Inszenierung. Die Macher setzen geschickt Mattpaintings und Überblendungen ein, um das moderne Toronto in seine viktorianische Version zu verwandeln. Kostüme, Requisiten und Dialoge vermitteln authentisch den Zeitgeist der Jahrhundertwende und lassen den Zuschauer vollständig in diese Epoche eintauchen. Dabei folgt die Serie dem klassischen „Crime of the Week“-Format und dem bekannten „WhoDoneIt“ Stil, wobei jede Episode einen in sich abgeschlossenen Fall präsentiert.

Die Besonderheit: Anders als bei typischen Krimiformaten steht hier die Entwicklung der forensischen Methoden im Mittelpunkt. Der Zuschauer ist live dabei, wenn Murdoch frühe Versionen moderner Kriminaltechnik erfindet. Diese Mischung aus historischem Setting und wissenschaftlicher Innovation verleiht der Serie ihren einzigartigen Charme. Die ersten Folgen präsentieren faszinierende Fälle rund um Geisterbeschwörer, elektrische Todesfälle, vermeintliche Außerirdische und weitere mysteriöse Verbrechen, die selbst erfahrene Krimi-Fans zum Miträtseln animieren.
Brillantes Ensemble: Charaktere mit Tiefe und Chemie
Der Erfolg von „Murdoch Mysteries“ basiert wesentlich auf seinem exzellent ausgewählten Cast. Yannick Bisson verleiht dem Detective William Murdoch eine perfekte Balance aus wissenschaftlicher Präzision und menschlicher Wärme. Seine Darstellung eines Mannes, der zwischen katholischem Glauben und wissenschaftlichem Fortschritt navigiert, ist nuanciert und überzeugend. Murdochs heimliche Zuneigung zu Dr. Julia Ogden fügt dem Charakter eine emotionale Dimension hinzu, die über das reine Krimigenre hinausgeht.

Hélène Joy brilliert als Dr. Julia Ogden – eine Frau, die sich in einer männerdominierten Welt behauptet. Ihre Rolle als fortschrittliche Pathologin, die Murdochs wissenschaftliche Neugier teilt, macht sie zur perfekten intellektuellen Partnerin des Detectives. Jonny Harris‘ Constable George Crabtree bringt mit seiner naiven Begeisterung und seinen oft absurden Theorien humorvolle Elemente in die Serie ein. Thomas Craig rundet als knorriger Inspektor Brackenreid das Ensemble ab – seine anfängliche Skepsis gegenüber Murdochs Methoden weicht langsam einer widerwilligen Bewunderung.

Die Chemie zwischen den Hauptfiguren entwickelt sich organisch über die Staffel hinweg. Besonders die subtile romantische Spannung zwischen Murdoch und Dr. Ogden sowie die sich wandelnde Beziehung zwischen Murdoch und seinem Vorgesetzten Brackenreid verleihen der Serie emotionale Tiefe und schaffen Anknüpfungspunkte für künftige Staffeln.
Murdoch Mysteries Staffel 1 (2008) Kritik & Fazit:

„Murdoch Mysteries“ hebt sich deutlich von der Masse der historischen Krimiserien ab. Während Formate wie „Grantchester (Review)“ oder „Miss Fisher (Review)“ auf bewährte Ermittlungsmuster setzen, bietet die kanadische Produktion einen erfrischend anderen Ansatz: Hier werden die modernen forensischen Methoden erst entwickelt. Diese innovative Prämisse kombiniert mit authentischer historischer Darstellung macht die Serie zu einem besonderen Seherlebnis.
Die erste Staffel überzeugt durch ihre clevere Mischung aus Spannung, historischem Ambiente und wissenschaftlicher Faszination. Die Einbindung historischer Persönlichkeiten wie Tesla und Conan Doyle verleiht den Fällen zusätzliche Tiefe . Besonders gelungen ist die Balance zwischen den Kriminalfällen und der kontinuierlichen Charakterentwicklung, die Zuschauer an die Serie bindet und das Fundament für den langfristigen Erfolg der Serie legt. Wer wissen will ob Staffel 2 auch überzeugt, dem empfehlen wir unser „Murdoch Mysteries Staffel 2 Review„.
Fazit: Die erste Staffel der Serie „Murdoch Mysteries“ ist eine herausragende Entdeckung im Genre der historischen Krimiserien. Die innovative Mischung aus Wissenschaft und klassischer Kriminalermittlung, gepaart mit charmanten Charakteren und authentischer historischer Atmosphäre, macht die Serie zu einem absoluten Muss für Krimi-Enthusiasten.
Bilder mit freundlicher Genehmigung © Edel Motion – alle Rechte vorbehalten!



