Die Märchenbraut (1980) Mediabook Review

Prinzessin Arabella gibt’s nun auch Digital restauriert!

Vermutlich jedes Kind der 70er und 80er Jahre wird sich sicherlich noch an die Co-Produktionen des deutschen und des tschechoslowakischen Fernsehens erinnern. Darunter solche Serien wie „Luzie der Schrecken der Straße“, „Pan Tau“ oder auch die „Die Besucher“. So gehört „Die Märchenbraut“ rund um Prinzessin Arabella ebenfalls zu den unvergessenen Klassikern dieser Zeit. Der beste Zeitpunkt der Kultserie eine digitale Überarbeitung zu verpassen. Als Bonus enthalten ist die Spin-of Serie „Der Zauberrabe Rumburak“, sowie das Sequel „Die Rückkehr der Märchenbraut“ aus dem Jahr 1993 in Standard-Auflösung und nicht restauriert. Ob die Serie selbst die Bildqualität und das Bonusmaterial überzeugt, verrät unser Review!

Die Märchenbraut (1980): Trailer

Worum geht’s in Die Märchenbraut (1980) und den Spin-ofs?

Die beliebte Kinderserie „Die Märchenbraut“ beginnt, als Statist Karl Majer bei Dreharbeiten über ein altes Glöckchen stolpert und versehentlich den Zauberer Rumburak aus dem Märchenreich herbeiruft. Rumburak nimmt den schießwütigen Majer ins Märchenreich mit, wo dieser versehentlich Rotkäppchens sprechenden Wolf erschießt. Als Strafe muss Rumburak die Rolle des Wolfs übernehmen, sinnt jedoch auf Rache und beschließt, die Märchenwelt zu sabotieren. Er verwandelt sich in Majer und erzählt im Fernsehen der Menschenwelt die Märchen völlig verdreht – mit dramatischen Konsequenzen für das Märchenreich, denn was die Kinder glauben, wird dort zur Realität.

Die Märchenbraut König Hyazint
Der König kommt in die Psychatrie

König Hyazint sendet daraufhin seine Töchter Arabella und Xenia sowie den Hofzauberer Vigo in die Menschenwelt, um das Chaos zu beseitigen. Während sich Arabella in Majers Sohn Peter verliebt, plant Xenia, die Märchenwelt mit einem Zauberring zu modernisieren. Der intrigante Rumburak hat zudem die Königin in eine Taube verwandelt und durch eine Komplizin ersetzt, um seine Pläne ungestört voranzutreiben. Doch nicht alle Ereignisse kann der Zauberer kontrollieren – sein Treiben ruft schließlich sogar den mächtigen Fantomas aus der Welt der Erwachsenen auf den Plan. Die charmante deutsch-tschechische Koproduktion verbindet geschickt klassische Märchenelemente mit moderner Fantasie und erschafft so ein magisches Abenteuer, das Generationen von Zuschauern in seinen Bann gezogen hat.

Der Zauberrabe Rumburak (1984)

Verbannt in die Welt der Menschen muss der ehemalige Zauberer zweiter Klasse Rumburak, nun sein Leben als Rabe fristen. Tags ein Rabe, des nachts ein Mensch. Sein Lager teilt er sich mit der äußerst eifersüchtigen Rabenfrau Ottilie. Doch trotz der Verbannung erhellt die junge Frau Helene sein tristes Dasein. Helene, die Tochter des Direktors eines Forschungsinstituts, hat den zutraulichen Raben, während ihres Eiskunstlauf-Trainings in ihr Herz geschlossen. In diesem Institut arbeitet neben Helene auch Zacharias, der mit ihr zusammen den Zentral-Computer programmiert. Auch Zacharias hat ein Auge auf Helene geworfen.

Rumburak
Zauberer Rumburak samt Helfershelfer Hexe

Zacharias ist im Gegensatz zu Helene, kein Tierliebhaber. Weshalb er jeden Tag aufs Neue versucht, diesen aufdringlichen Raben vom Himmel zu schießen. Durch einen Zufall erlangt Rumburak einen Job als Nachtwächter in eben diesem Institut. Womit sich für ihn die Chance ergibt, mithilfe des Computers, an seine längst vergessenen Zaubersprüche zu kommen. Anstatt ihm, gelangt jedoch Zacharias an diese und beginnt damit die unliebsame Tierwelt, wie auch jeden der sich ihm in den Weg stellt, in das Reich der Märchen zu verbannen. So stellt sich die Frage, ob Rumburak in der Lage ist Zacharias aufzuhalten und gleichwohl Helenes Herz zu erobern.

Die Rückkehr der Märchenbraut (1993)

Zehn Jahre nach den Ereignissen der Originalserie leben Peter und Arabella als Ehepaar in der Menschenwelt, er als Erfinder, sie als Tier-Übersetzerin mit der magischen Fähigkeit, mit Tieren zu sprechen. Der Zaubermantel, die einzige Verbindung zwischen Menschen- und Märchenwelt, ist verschwunden, wodurch auch der Bösewicht Rumburak und seine Kollegin Frau Schwarz in der Menschenwelt gefangen sind. Doch eine Prophezeiung zeigt Rumburak einen Weg zur Rache: Durch einen besonderen Apfel von der Insel Pultanella, der das Altern umkehrt, plant er seine Vergeltung an Arabella und König Hyazinth. Menschen werden durch diesen Apfel als Greise geboren und verjüngen sich im Laufe ihres Lebens.

Prinzessin Xenia
Arabellas Schwester übernimmt die Macht

In der Märchenwelt häufen sich derweil die Probleme: Prinzessin Xenia hat heimlich den letzten Zaubermantel gefunden und reist zwischen den Welten, während sie den gealterten Hofzauberer Vigo täuscht. König Hyazinth engagiert daraufhin Sherlock Holmes, um die mysteriösen Vorgänge in seinem Schloss aufzuklären. Gleichzeitig terrorisiert ein menschenfressender Riese das Königreich, der den Wassermann zwingt, ihm täglich Menschen als Nahrung zu bringen. Als Rumburak schließlich in der Märchenwelt auftaucht, erreicht seine Rache einen Höhepunkt: Die schwangere Arabella bringt statt gesunder Babys zwei alte Männer zur Welt – ein weiteres fantastisches Abenteuer im beliebten Märchenuniversum der deutsch-tschechischen Koproduktion nimmt seinen Lauf.

Die Kultserie kehrt zurück und das sogar in HD!

Als Kind der 70er und 80er Jahre erinnert man sich an eine Zeit, in der Kinderserien wie „Pan Tau“, „Pipi Langstrumpf“, „Die Besucher“ und „Die Märchenbraut“ die Fernsehlandschaft prägten – jede mit einem einzigartigen Alleinstellungsmerkmal. „Die Märchenbraut“, eine bemerkenswerte Co-Produktion zwischen dem WDR und dem tschechoslowakischen Fernsehen, hat sich als wahrer Kultklassiker etabliert, der in den Erinnerungen einer ganzen Generation fest verankert ist. In einer Zeit, als das Kinderfernsehen noch nicht von ähnlichen Produktionen überflutet war, boten diese Serien unverwechselbare Figuren und fantasievolle Welten.

Die Märchenbraut: Familie Majer
Familie Majer ist ratlos

Das Besondere an „Die Märchenbraut“ war ihre kreative Kombination verschiedener Märchenelemente – ein Potpourri aus bekannten Geschichten, das Kinder wie Erwachsene gleichermaßen ansprach. Unvergessliche Bilder und Handlungsstränge haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: die sieben Zwerge mit Original-Disney-Masken, der in Mickey Maus verwandelte Lehrer oder Herr Majer (gespielt vom „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“-Star Vladimír Menšík), dem der böse Zauberer Rumburak seinen Aufnahmeleiter in den Bauch hexte. Auch der Auftritt von Fantomas, der Rumburak in seine Schranken weist, bleibt ein Highlight der Serie. Selbst 40 Jahre später bewahrt „Die Märchenbraut“ ihren Status als Perle kreativer und fantasievoller Kinderunterhaltung, die auch Erwachsene noch zu begeistern vermag.

Die Spin-Ofs:

Die beliebte Fantasy-Serie „Die Märchenbraut“ (1981) erhielt zwei Fortsetzungen, die in der Blu-ray-Box als Bonusmaterial enthalten sind. „Der Zauberrabe Rumburak“ erschien 1984 als Spin-off und widmet sich dem weiteren Schicksal des verbannten Zauberers Rumburak, erneut verkörpert von Jiří Lábus. Diese Serie steht jedoch, abgesehen von der Hauptfigur, in keiner direkten Verbindung zur ursprünglichen Geschichte. Bei „Die Rückkehr der Märchenbraut“ aus dem Jahr 1993 gelang es den Produzenten, trotz der zehnjährigen Pause, den Großteil der Originalbesetzung zurückzugewinnen. Lediglich Jana Nagyová als Arabella wurde durch Miroslava Šafránková ersetzt, was überraschend gut funktioniert.

Die Märchenbraut: Arabella und falsche Königin
Arabelle trifft auf die Betrügerin getarnt als Königin

Die Handlung der „Rückkehr der Märchenbraut“ knüpft direkt an die Ereignisse der Originalserie an und zeigt Peter und Arabella als Ehepaar, das Nachwuchs erwartet. Rumburak, der noch immer auf Rache sinnt, manipuliert Arabellas Schwangerschaft mit einem verzauberten Apfel, was zu zahlreichen Verwicklungen führt. Obwohl beide Fortsetzungen mit Fantasie und Kreativität umgesetzt wurden, erreichen sie nicht ganz die Qualität und den Charme des Originals. Besonders die häufige Verwendung von Bluescreen-Effekten in der späteren Fortsetzung wirkt aus heutiger Sicht veraltet. Dennoch bieten die Nachfolgeserien für Fans der „Märchenbraut“ eine willkommene Gelegenheit, die Geschichte weiterzuverfolgen und viele der beliebten Darsteller in ihren ikonischen Rollen wiederzusehen.

Die Märchenbraut Bildqualität im Check

Die vom WDR digital restaurierte Blu-ray-Box der Kultserie „Die Märchenbraut“ (1981) überzeugt mit hervorragender Bildqualität, die auf modernen 4K-Fernsehern beeindruckt. Im Vergleich zu früheren TV-Ausstrahlungen, die auf größeren Bildschirmen zunehmend Qualitätsdefizite offenbarten, bietet die überarbeitete Version frische Farben, ausgewogene Kontraste und deutlich verbesserte Bildschärfe. Besonders lobenswert ist der Verzicht auf übermäßige Filtereffekte zugunsten eines feinen Filmkorns, das die Plastizität des Bildes bewahrt. Für eine ost-westliche Koproduktion dieses Alters ist die erreichte Bildqualität erstaunlich – ohne störendes Kantenflimmern, Randunschärfen oder grobe Bildfehler. Der Dual-Mono-Ton liefert durchgehend klar verständliche Dialoge und vervollständigt so ein rundum gelungenes Nostalgie-Erlebnis.

Die Märchenbraut (1980-1981) Kritik & Fazit:

Die Märchenbraut Mediabook
Die Märchenbraut: Mediabook
Bewertung: 7 / 10

Die Blu-ray-Veröffentlichung der Kultserie „Die Märchenbraut“ (1981) ist ein besonderes Heimkino-Highlight für alle Nostalgiker. In einer Zeit, in der das Kinderprogramm noch nicht von zahllosen Superhelden, sprechenden Tieren und Fantasie-Figuren überflutet war, nahm diese Serie einen besonderen Stellenwert ein. Bemerkenswert ist, dass der Charme dieser deutsch-tschechischen Koproduktion auch nach Jahrzehnten nicht verloren gegangen ist. Die entschleunigte Erzählweise um Arabella, Rumburak und die Märchenwelt wirkt in unserer schnelllebigen Medienwelt geradezu entspannend, auch wenn dies für jüngere Zuschauer möglicherweise eine Herausforderung darstellt.

Die Spezialeffekte der Originalserie können erstaunlicherweise auch heute noch überzeugen – im Gegensatz zur Fortsetzung „Die Rückkehr der Märchenbraut“, die mit ihrer inzwischen veralteten Bluescreen-Technik nicht mehr zeitgemäß wirkt. Das Storytelling aller drei Serien ist zwar durchaus erwachsen, bleibt aber durch geschickte Dialoge und surreale Elemente kindgerecht umgesetzt. Wenn der Wolf nach dem Schuss bemerkt „Ich glaube es nicht, ihr habt mich erschossen“ oder Rotkäppchen sich Sorgen macht, ob sie Jäger und Großmutter überhaupt schaffen kann zu verspeisen, werden potenziell beunruhigende Szenen gekonnt entschärft. Wer es moderner und abgedrehter mag, muss zu „Chantal im Märchenland: Review“ greifen.

Fazit: Die Blu-ray-Box mit der restaurierten Originalserie und den Fortsetzungen als Bonus bietet Fans die Gelegenheit, in nostalgische Erinnerungen einzutauchen. Trotz der Qualität der gesamten Saga bleibt das Original „Die Märchenbraut“ unbestritten das Fantasy-Highlight des deutsch-tschechischen Fernsehens vergangener Tage – ein zeitloser Klassiker, der die Fantasie von Generationen beflügelt hat und durch die digitale Überarbeitung ein neues Publikum finden kann.

Bild & Trailer mit freundlicher Genehmigung © WDR – alle Rechte vorbehalten!