Benedicht Cumberbatch als Kurier im Kalten Krieg!
Der Kalte Krieg brodelt, und niemand weiß, was die Gegenseite plant. Als der sowjetische Oberst Oleg Penkowski erkennt, dass die UdSSR heimlich Nuklearwaffen aufrüstet und einen Stützpunkt nahe der USA plant, beschließt er zu handeln – und kontaktiert die westlichen Geheimdienste. Was er braucht, ist ein unauffälliger Kurier. Die Wahl fällt auf den britischen Handelsreisenden Greville Wynne (Benedict Cumberbatch), der damit in eine Mission stolpert, die sein Leben für immer verändern wird. Ob Regisseur Dominic Cooke mit diesem Kalter-Krieg-Thriller überzeugen konnte, erfahrt Ihr in meiner Kritik.
Worum geht’S
Greville Wynne ist Geschäftsmann, kein Held. Er reist regelmäßig in die UdSSR – unauffällig, unverdächtig, perfekt. Genau deshalb wird er vom britischen MI6 und der CIA als Kurier für den Informanten Penkowski (Merab Ninidze) angeworben. Wynne lehnt zunächst ab, lässt sich aber schließlich vom Gewicht der Situation überzeugen: Ohne Informationsgleichheit droht ein dritter Weltkrieg. Mit diesem Wissen nimmt er die Aufgabe an – und weiß genau, was ihn erwartet, sollte er auffliegen: niemals mehr seine Frau und sein Kind zu sehen.

Was als verdeckte Handelsmission beginnt, entwickelt sich zu einem nervenaufreibenden Katz-und-Maus-Spiel mit dem KGB. Wynne und Penkowski werden dabei nicht nur Partner, sondern Freunde – vereint durch das Bewusstsein, das Richtige zu tun, und durch die stille Gewissheit, dass es auf Dauer nicht gutgehen kann.
Die Inszenierung einer wahrer Spionage Geschichte
Kalter-Krieg-Stoffe gibt es viele, von Klassikern wie „Dr. Seltsam… Kritik“ bis zur jüngeren Serie „Spy City: Kritik„. Was „Der Spion“ heraushebt, ist seine Verwurzelung in der Realität – und die Art, wie Cooke daraus Spannung erzeugt. Nicht durch Action oder Agentenglamour, sondern durch den wachsenden Druck auf zwei Männer, die schlicht zu viel wissen.

Besonders stark ist der Film in seiner zweiten Hälfte. Nachdem beide aufgeflogen sind, zeigt Cumberbatch körperlich wie seelisch, wie ein Mensch unter Haftbedingungen zerbricht – und man kann förmlich zusehen, wie Wynne im Gefängnis abbaut. Cooke setzt dabei noch einen drauf: Die westlichen Geheimdienste debattieren kühl, welcher ihrer Agenten einen Austausch für Wynne überhaupt wert wäre. Ob der Film noch zu einem Happy End kommt, scheint lange alles andere als sicher.

Kleine Einschränkung: In seiner ersten Hälfte folgt „Der Spion“ gängigen Genrekonventionen recht brav. Wer das Handwerk des Spionagefilms kennt, wird die Abläufe früh erahnen. Doch sobald die Geschichte an Fahrt gewinnt, verfliegt dieser Eindruck rasch.
Der Cast: Cumberbatch und Ninidze – ein Duo auf Augenhöhe
Cumberbatch (Die wundersame Welt des Louis Wain: Kritik) trägt den Film mit einer zurückgenommenen Intensität, die überzeugt. Innere Zerrissenheit, Angst, wachsende Hoffnungslosigkeit – all das überträgt sich unmittelbar auf den Zuschauer. Mindestens ebenso stark ist Merab Ninidze als Oleg Penkowski. Die Chemie zwischen den beiden funktioniert in jeder Szene, was der Freundschaft ihrer Figuren eine echte Tiefe verleiht.

In weiteren Rollen sind Jessie Buckley als Wynnes Ehefrau Sheila sowie Rachel Brosnahan (The Amateur: Kritik) als CIA-Agentin Emily Donovan zu sehen – beide solide, ohne in den Schatten der Hauptdarsteller zu treten. Abgerundet wird der Film durch ein stimmiges Setting: Kostüme, Locations und Ausstattung versetzen einen glaubwürdig in die frühen 60er Jahre.
Der Spion (Film 2020) Fazit:

„Der Spion“ ist ein rundherum gelungener Kalter-Krieg-Thriller, der seine Spannung nicht aus Explosionen, sondern aus dem wachsenden Druck auf zwei gewöhnliche Männer in außergewöhnlichen Umständen zieht. Cumberbatch liefert eine seiner stärksten Leistungen, Merab Ninidze steht ihm in nichts nach. Dass der echte Oleg Penkowski 1963 wegen Landesverrats hingerichtet wurde, während Greville Wynne nach 17 Monaten Haft durch einen Agentenaustausch freikam, macht den Film noch schwerer – und umso sehenswerter. Denn es sind genau solche Geschichten, die nicht vergessen werden sollten.
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