DANGER PARK – Tödliche Safari: REVIEW

Survival Horror in Afrika – aber welches Genre eigentlich?

Regisseurin M.J. Bassett, bekannt durch den überraschend starken Fantasyfilm „Solomon Kane“, scheint Afrika für sich entdeckt zu haben. „Danger Park“ ist bereits ihr zweiter Film innerhalb eines Jahres, der auf dem schwarzen Kontinent spielt – nach „Rogue Hunter“ erneut mit Afrikas Tierwelt als zentralem Element. Zuletzt war es um Bassett ruhig geworden, die gelernte Naturfilmerin drehte hauptsächlich Serien wie „Ash vs Evil Dead“ und „Strike Back“. Mit diesem Film meldet sie sich nun im Spielfilmbereich zurück. Ob „Danger Park“ den Erwartungen des Trailers gerecht wird, klärt meine Kritik.

Danger Park: Trailer

Worum geht’s?

Manager Jack Halsey (Philip Winchester) hatte sich den Urlaubsbeginn anders vorgestellt. Statt Wellness-Resort in Bali sitzt er verklemmt in einem Zehn-Personen-Schüttelflug über der afrikanischen Savanne. Die Familie wollte Abenteuer – sie bekommt es. Dabei schleppt jeder seine Probleme mit: Jack hat seiner kranken Frau Lauren verschwiegen, dass er seinen Job verloren hat. Stieftochter Zoe hat plötzlich Probleme mit ihrem Stiefvater, Sohn Noah überrascht Jack mit einem Freund statt einer Freundin, und Zoes Öko-Freund nervt Jack mit jedem zweiten Satz.

Danger Park Screenshot 1
Noch macht der Urlaub Spaß

Um Kosten zu sparen, verzichtet Jack auf die gebuchte Safari-Tour und fährt die Familie lieber auf eigene Faust ins Reservat – ohne Registrierung, ohne Absicherung. Was folgt, ist kein entspannter Familienausflug mehr: Eine Nashornmutter rammt das Fahrzeug und verletzt Jack schwer. Kein Auto, kein Handyempfang, keine Rettung in Sicht. Was harmlos begann, wird zum Kampf ums Überleben – gegen wilde Tiere, die Wildnis und skrupellose Wilderer.

Familiendrama, Survival-Thriller oder Artenschutz-Appell?

Genau hier liegt das zentrale Problem von „Danger Park“: Der Film weiß selbst nicht so recht, was er sein will. Der Trailer verspricht einen knallharten Survival-Thriller mit Menschenjagd-Elementen. Was man bekommt, ist in erster Linie ein Familiendrama, das mit Thriller-Einlagen garniert wurde. Die eigentliche Bedrohung durch Wilderer ist verschwindend gering – Jerry O’Connell (Star Trek Lower Decks: Kritik) hat kaum mehr als zwei, drei Auftritte, bevor er das Zeitliche segnet. Von der im Trailer angedeuteten Menschenjagd im Stil von „Surviving the Game“ ist man meilenweit entfernt.

Danger Park Screenshot 2
Jetzt sieht der Urlaub nicht mehr ganz so lustig aus.

Stattdessen überwiegt das Familiendrama – und das mit einigen konstruierten Zügen. Dass Jack seine Familie in ein Wildreservat verfrachtet, aber auf die eigentliche Safari verzichtet, um Geld zu sparen, während ein Porsche zu Hause steht und er dem Freund der Tochter die Reise bezahlt, ist schwer nachvollziehbar. Ebenso nervig: Stieftochter Zoe zickt grundlos herum und wiederholt gebetsmühlenartig das Klischee „Du bist nicht mein echter Vater“ – ohne dass der Film dafür je eine glaubwürdige Erklärung liefert. Der Nebenplot um Sohn Noahs Coming-Out wird kurz angerissen und ebenso schnell wieder fallengelassen. All das wirkt, als hätte man möglichst viele Themen ansprechen wollen, ohne einen davon wirklich zu Ende zu denken.

Danger Park Screenshot 4
Jetzt geht es ans Überleben!

Positiv fällt dagegen auf, dass Bassetts Naturfilm-Wurzeln in den Aufnahmen der afrikanischen Savanne deutlich durchscheinen – die Landschaftsbilder und die musikalische Untermalung sind wirklich gelungen. Leider stören erneut, wie schon in „Rogue Hunter“, schwache CGI-Tiere, die sich nicht sauber ins Bild einfügen und wie Fremdkörper aus einem Videospiel wirken.

Die Darsteller

Philip Winchester trägt den Film als Jack Halsey solide auf seinen Schultern und spielt seine Rolle durchweg überzeugend. Vom restlichen Cast hätte man sich vor allem mehr Jerry O’Connell (Play Dead: Kritik) gewünscht – der Trailer weckte hier Erwartungen, die der Film schlicht nicht einlöst. Die Figur der Zoe hingegen ist eine der nervigsten Charaktere, die mir zuletzt im Genrefilm begegnet ist – was weniger an der Darstellerin als am schwachen Drehbuch liegt.

In weiteren Rollen: Rebecca Romijn (Star Trek: Strange New Worlds: Kritik) als Lauren Halsey, Michael Johnston als Noah Halsey, Chris Fisher (Good Luck, Have Fun, Don’t Die: Kritik) als Billy Mason.

Danger Park (Film 2021) Fazit:

Danger Park Blu-ray Cover
Danger Park: Blu-ray
Wertung: 4.5 / 10 ★

„Danger Park“ ist ein kurzweiliger Afrika-Abenteuerfilm mit ordentlichen Landschaftsaufnahmen, solidem Hauptdarsteller und ein paar spannenden Momenten – aber auch ein Film, der sich zwischen Familiendrama, Survival-Thriller und Wilderei-Kritik nicht entscheiden kann und dabei keines der drei Themen wirklich auf den Punkt bringt. Wer einen knallharten Survival-Thriller erwartet, wird enttäuscht. Wer an einem ruhigen Sonntagnachmittag kurzweilige Unterhaltung sucht und mit gemäßigten Erwartungen herangeht, bekommt solides Mittelmaß. Mehr steckt leider nicht drin – obwohl mehr drin gewesen wäre.

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