Dieser Cop hat einen wirklich harten Tag!
Ein wirklich harter Tag für Cop Ko Gun-su, so macht ihm die Dienstaufsichtsbehörde die Hölle heiß, seine Mutter ist verstorben und obendrein, hat er noch einen Fußgänger über den Haufen gefahren, dessen Leiche er irgendwie verschwinden lassen muss. Kann es noch schlimmer? Ja, es kann, denn ein Mann hat diesen Vorfall beobachtet! Ob uns “A Hard Day” überzeugen konnte, erfahrt Ihr wie immer in der nachfolgenden Filmkritik
Ausgelöst hat dies der unglaublich intensive Streifen „Parasite“ von Regisseur Bong Joon-ho. Nun hat mir die Busch Media Group freundlicherweise den Titel „A Hard Day“ zur Verfügung gestellt. Ob mich dieser ebenfalls begeisterte, davon könnt ihr euch in den nachfolgenden Zeilen selbst ein Bild machen.
Die Handlung:
Cop Ko Gun-su (Lee Sun-kyun – „Parasite“) hat einen regelrechten „Scheiß“ Tag. Nicht nur das er und seine Kollegen ins Visier der Dienstaufsichtsbehörde geraten sind, seine Mutter ist ebenfalls der Tage verstorben. Mit diesen Problemen im Nacken ist nachvollziehbar, dass sich Ko Gun-su erst einmal Mut antrinken muss, um zum Einbalsamierungs-Ritual in die Leichenhalle zu fahren. Doch der ihm anhängende Ärger scheint nicht genug, so überfährt er einen Fußgänger, der scheinbar aus dem Nichts auftaucht.
Blind vor Panik, packt er den Toten in den Kofferraum, irgendwie muss er diesen Zwischenfall vertuschen. So reift in ihm die durchgeknallte Idee, den Toten mit in den Sarg seiner Mutter zu packen. Doch der Tote macht es ihm nicht einfach, seinen Plan in die Tat umzusetzen. Was macht man, wenn plötzlich dessen Handy im zugenagelten Sarg klingelt? Richtig beten.
Seine tote Mutter scheint seine Gebete erhört zu haben und so verläuft Ko Gun-su’s Vertuschungsaktion fast perfekt. Selbst das Ermittlungsverfahren gegen ihn und seine Kollegen scheint sich in Luft aufgelöst zu haben. Fast perfekt ist nun mal nicht ganz perfekt. So klingelt Ko Gun-sus Büro-Telefon und ein unbekannter Anrufer fragt ihn eiskalt, was er mit der Leiche angestellt hat.
Erst wimmelt Ko-Gun-su den Unbekannten ab, doch dieser lässt nicht locker und drangsaliert Ko Gun-su per Telefon und Handy weiter. Der mysteriöse Anrufer muss in der Nähe sein und ihn beobachten, anders ist dieses Verhalten nicht möglich. Doch wie nah ihm sein unbekannter Beobachter ist, wagt Ko-Gun-su nicht mal zu erahnen, aber es kommt noch übler. Sprich wahrlich „A Hard Day“.
Die Inszenierung:
Der Trailer machte mich bereits neugierig, aber was ich dann zu sehen bekam, löste ungehemmte Begeisterung aus. Der Schauspieler Lee Sun-kyun der hier den Polizisten Ko Gun-su verkörpert, war mir schon in Parasite sympathisch. Auf der einen Seite erfährt man, das ihm die Interne, wegen Korruption auf den Fersen ist, was nicht so sympathisch ist. Auf der anderen Seite hat man Mitleid, weil dessen Mutter verstorben ist.
Dazu noch die Misere mit dem Unfall und der Mitleidspegel ist bei 100%. Die Vertuschungsaktion, die dann gestartet wird, lässt einen frieren: Einfach mal schnell den Toten in den Sarg der Mutter packen, echt jetzt? Ironischerweise fiebert man dennoch mit, denn diese Aktion baut schon eine unglaubliche Spannung auf. Das schaffen andere Filme nicht mal im Finale.
Wer jetzt glaubt das sei es schon gewesen, der irrt der gewaltig. Jetzt fängt der Film erst so richtig an aufzudrehen. Zwar ist die Idee des geheimen Beobachters nicht neu, aber hier wurde sie sehr gut umgesetzt. Der Vorteil „A Hard Day“ zieht hier den großen Unbekannten nicht wie andere Titel bis zum Ende durch.
Sondern offenbart dessen Identität schon recht früh, so hat der Antagonist Zeit, sich zu etablieren und der Zuschauer bekommt einen Eindruck davon, wie gefährlich dieser wirklich ist. Man kann sagen, der Film bietet keine Spannungskurve, sondern einen Spannungswellenschlag und hält diese Intensität bis zum Ende hin aufrecht.
A Hard Day – Kritik & Fazit:

Der Trailer versprach schon einen gewissen Unterhaltungswert. Wer glaubt der Trailer würde wiederum den kompletten Plot verraten, der irrt. Dies ist der Vorteil, wenn man Trailer so schneidet das sie im Gegensatz zu herrschenden Unsitte, nicht zu viel zeigen und doch neugierig machen, so auch bei „A Hard Day“. Regisseur Kim Seong-hun bastelte hier fleißig einen genialen Thriller zusammen und kombinierte zwei ebenbürtige Darsteller, die in der Lage sind den ganzen Film, sowie die Story zu tragen. Die Regie ist auf den Punkt, die Kameraarbeit sieht sehr gut aus.
Wurden doch immer wieder neue Winkel und Einstellungen gesucht, die aktuelle Szene perfekt darzustellen. Dagegen verblassen die restlichen Schauspieler, was an deren geringen Screentime liegt. Dafür betet Kim Seong-hun den ganzen Film über, ein Haufen wtf Momente ein, die dafür sorgen das man auf dem Sofa aufrecht hockt und nicht dösend auf diesem liegt. Von mir gibt es volle Sichtungsempfehlung für diejenigen, die es wagen über den amerikanischen Tellerrand zu blicken. Freunde des Thriller Genres dürfen, bzw. können hier beruhigt zugreifen.
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